Gewitter war ab 03:00 angesagt. Wir lagen noch immer in der Panormas Bucht. Vorne Anker, hinten festgemacht mit zwei Landleinen. 00:15 – es kam starker Sturm auf. Gewitter war in der Ferne zu sehen. Unser Boot wurde wie in der Früh wieder zu nah zum Strand getrieben. Wir saßen schon mit dem Ruder am Grund auf. Den Anker konnten wir nicht mehr einholen, weil dieser aufgrund des heftigen Sturmes, im rechten Winkel zum Boot war. Eine Landleine löste sich in einer Verbindung. Unter Motor wurde die 2 Landleine von Peter gekappt und wir fuhren Richtung offenes Meer. Währenddessen holte ich den Anker so gut wie möglich ein. Natürlich elektrisch, was aber auch nicht immer, wegen dem Sturm und Winkel, funktionierte. Wir fuhren schon aus der Bucht den Anker noch immer nicht vollständig eingeholt. Plötzlich funktionierte die Elektrik nicht mehr und wir schleppten den Anker so ca. 20 Meter unter uns mit. Die Sicherung hatte ihren Geist aufgegeben. Inzwischen war der Wind auf 9-10 Beaufort angestiegen (9 Beaufort 75-88 km/h, 10 Beaufort 89-102 km/h) und wir fuhren aufs offene Meer hinaus, da wir ohne Anker keine Chance zum Anlegen hatten. Karin übernahm das Ruder, ich half ihr unter Beobachtung der Fahne den Rückenwind beizubehalten. Der Begriff wie in einer Nussschale bekam für mich erstmals eine Bedeutung. Keine Hand, kein Fuß versucht nicht, sich irgendwo festzukrallen. Peter versuchte unter Deck, zwischen umherfliegenden Sachen, die kaputte Sicherung zu reparieren. Martina gab inzwischen Rettungswesen aus. Ich fütterte in der Zwischenzeit 2 mal die Fische mit körperwarmen griechischen Bauernsalat und Weißwein (GrünerVeltliner, Rieden Selection). Nach circa 1 Stunde schaffte es Peter mit zwischenzeitlich auch schon mulmigen Gefühl unter Deck, die Sicherung zu überbrücken und den Anker einzuholen. Wir machten uns bei nicht nachlassendem Sturm, teilweise Regen und sich nähernden Blitzen zurück zur Panormas Bucht auf. Dort erwarteten uns schon etliche vorher in der Bucht gelegenen Boote, die ebenfalls einen neuen Ankerplatz suchten. Um 02:40 gingen wir wieder vor Anker und erschöpft schaukelnd schlafen. Um 09:00 drehte der Wind abermals und das Boot wurde wieder auf einen andern Platz umgestellt.
Den Vormittag verbrachten wir unter Deck bei teilweise starken Regen, aber ohne Wind. Um 15:00 besuchte uns dann endlich wieder die Sonne und wir gingen sogar schwimmen. Wir verlängerten um einen Tag und fuhren am Abend wieder in die Taverne Blo an den Strand, wo ich meine verlorenen Kilos wieder auffüllte.
Fotos gibt es von unserer Nachtfahrt keine, da niemand eine Hand frei und keine wirkliche Lust dazu hatte 🤪



